Persönliches

Impfung, die Erste!

Es ist eigentlich nichts Besonderes mehr, aber ich wollte doch öffentlich machen, dass ich heute Morgen endlich meine erste Impfung gegen Covid19 erhalten habe.

Warum es mir trotzdem so wichtig ist, darüber zu schreiben?

Weil ich Heilpraktikerin (Psychotherapie) bin, mit energetischen Methoden arbeite und nicht will, dass alle alternativ arbeitenden Therapeuten über einen Querdenker-Kamm geschoren werden.

Impfausweis mit Eintrag einer Covid19-Impfung
Der Beweis! Meine erste Covid-19-Impfung habe ich intus! 🙂

Kommen jetzt die übliche Fragen:
„Warum hast du dich impfen lassen, traust du deinen eigenen Methoden nicht? Kannst du dir nicht selbst helfen“
Doch. Tue ich. Kann ich im gesunden Zustand vermutlich auch.
Aber was, wenn es mir im Fall der Fälle zu schlecht geht, mir selbst zu helfen?

„Kennst du denn nicht die Impfrisiken?“
Doch, kenne ich. Aber ich kann auch Zahlen lesen und weiß, wie Statistiken verfälscht werden können.
Und die Impfung empfinde ich als sehr viel geringeres Riskio als eine fies verlaufende Covid19-Infektion.

„Und deine Freiheit als mündige Bürgerin?“
Wer frei sein will, hat auch Pflichten. Auch wenn die nicht gesetzlich festgehalten sind, sondern „nur“ moralisch bestehen.
Vielleicht kann ich dadurch anderen, die sich nicht impfen lassen können, helfen, durch meine eigene Impfung deren Risiko runterzufahren?

Zu guter Letzt:
Danke an alle im Impfzentrum Schaumburg Tätigen!
Ihr wart geduldig, super freundlich und mega effizient. Dank euch habe ich mich trotz der großen Menge an Mitpatienten wohl und gut aufgehoben fühlte!
(Und die Impfung selbst habe ich kaum gespürt. 😀👍)


Update vom 15.1.2022:

Seit zwei Tagen bin, ich mittlerweile zweifach geimpft, geboostert.
Und danke nochmal an den Arzt (Name ist bekannt, wird aber von mir aufgrund des Datenschutzes nicht genannt), der für den Booster so witzig-anschaulich die einzelnen Impfstoffe erklärte: Ich habe mich köstlich amüsiert – und empfehle ihm dringend, dass er mit seinen Erklärungen an die Öffentlichkeit geht, sei es mit einem Comedy-Programm, Blog oder Buch!

Ich war übrigens samt Ausfüllen der Formulare und Digitalisierung maximal 15 Minuten im Impfzentrum (eine echt geniale Orga!).
„Keine Zeit zum Impfen“ als Ausrede zählt also nicht!

Und zum Thema Nebenwirkungen:
Biontech haben wir in der Familie alle schon fast unanständig gut vertragen. Einige Tage ein dicker Arm und 2 – 3 Stunden leichtes Fieber, Müdigkeit und Erschöpfung – das war’s!

Moderna war eine andere Hausnummer:
Der Impfarm schmerzte bei meinem Mann etwas länger und intensiver. Und das Krankheitsgefühl hielt auch ein wenig länger an: Bei Männe einen Tag (aber immer noch so, dass er arbeiten konnte) und die Kopfschmerzen ein paar Tage.

Ich selber habe dieses Mal weniger Armschmerzen, aber dafür merke ich, wie mein Körper die Impfung dieses Mal intensiver verarbeitet: Einen Tag lang hatte ich wackelige Beine und leichte Kopfschmerzen. Da ich mich schon auf einige Tage Impfreaktionen eingestellt hatte, war das aber gut auszuhalten und am 2. Tag nach der Impfung war die Welt wieder in Ordnung.
Und ich weiß dank Impfreaktion, dass mein Körper arbeitet und auf die Impfung reagiert – und das doch genau das, was ich mir von der Impfung erhoffte.

Was ich noch loswerden möchte:
Derzeit bitten einige Harmoniehörnchen (hey, das bin ich auch oft genug, es ist also nicht abwertend gemeint!) darum, dass wir Geimpften und die Impfverweigerer uns doch bitte mit Toleranz begegnen sollen.
Aber mit dieser Toleranz habe ich meine Probleme:
Denn hier geht es nicht um ein „Leben und leben lassen.“, sondern darum, dass die Geimpften und die sich nicht Impfen lassen Könnenden unter den Impfverweigerern zu leiden haben:

  • Die Belegung von Intensivbetten im Krankenhaus durch Covid19-Patienten kostet unsere Solidargemeinschaft, und damit jeden Einzelnen von uns, pro Tag und Bett ca. 1.000,– EUR!!!
    (Ich weiß nicht, wie es dir damit geht, aber ich könnte mir viele andere Dinge vorstellen, die mit dem Geld gemacht werden könnten.)
    Noch schlimmer: Durch die vermeidbare Belegung dieser Betten fehlen die Plätze für andere Patienten, die dringend darauf angewiesen sind!
  • Wovon übrigens viel zu selten gesprochen wird: Meint irgendjemand, dass es Ärzten und Pflegern Spaß macht, täglich Menschen um ihr Leben kämpfen und qualvoll sterben zu sehen? Und macht es Spaß, diese Nachricht den Angehörigen zu überbringen? Und was machen wir, wenn das ganze Krankenhauspersonal daher irgendwann ausgebrannt und arbeitsunfäig ist? Pflücken wir die nächste Schwester oder die nächste Ärztin dann mal vom Baum aus Nachbars Garten, oder wie?
  • Zu guter Letzt: Sich Impfen zu lassen, ist ein Akt der Solidarität mit Menschen, die sich aufgrund ihrer Vorerkrankungen nicht impfen lassen dürfen. Mein Vater war 13 Jahre lang als Krebspatient quasi in Dauerchemo. Er hat es nie an die große Glocke gehängt, aber statt in den Urlaub zu fahren, spendete und unterstütze er Schulen, Vereine usw. großzügig. Es macht mich stinksauer, wenn ich jetzt sehe, dass private Spenden wie selbstverständlich angenommen werden, aber sobald eine Möglichkeit, sich kostenfrei und mit super geringem Aufwand zu revanchieren, abgelehnt werden.
    Auch ist es mir unverständlich, warum Kindergeld, Mietzuschüsse und andere Leistungen unseres Staates wie selbstverständlich angenommen werden, aber eine Impfung, um deren Wirkstoff sich gerade die ganze Welt kloppt, Teil einer groß angelegten Verschwörungstheorie sein soll?!

Oha, ich merke gerade, dass ich meinen Frust eben ganz schön rausgelassen habe. Dabei versuche ich mich ausdauernd, positiv zu denken.
Ich lass das jetzt trotzdem so stehen, und sei es nur, dass der eine oder die andere vielleicht doch ins Grübeln kommen. Oder dass ich klargemacht habe, dass nicht alle im alternativen Gesundheitsbereich Tätigen querdenkt. Denn ich weiß von einigen, die ähnlich denken (auch wenn sie es nicht an die große Glocke hängen).

Autor

Hallo, ich bin Bettina. Ich helfe Menschen dabei, ihre Allergien loszuwerden, egal ob Heuschnupfen, Hausstaubmilben oder Nahrungsmittel. Damit sie das unternehmen (und essen) können, wann und was sie wollen. Mit meiner Familie samt unserer Hündin Ember lebe ich in einem Dorf im Weserbergland, einem Pollen-Eldorado vom Feinsten. Und damit war dann mein Praxisschwerpunkt "Allergiebehandlung" unausweichlich vorprogrammiert.

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