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Machen wir es uns schön! Auch wenn alles doof ist.

Ihr kennt doch alle die goldenen Worte:
„Wenn dir das Leben Zitronen schenkt, mach Limonade draus!“.

Genau darüber bereitete ich letzte Woche einen Blogartikel vor – und prompt bekam ich ein super Beispiel auf dem Silbertablett serviert:
Denn vor ziemlich genau einer Woche, am Freitag Abend, landete ich, für mich völlig überraschend (für einen Arzt vermutlich nicht), im Krankenhaus im hausärztlichen Notdienst.
Hin ging es mit meinem Verdacht, einen Hörsturz erlitten zu haben.
Statt dessen wurde ein entgleister Blutdruck diagnostiziert, der sich widerspenstigerweise auch unter der Gabe von Nitro vehement weigerte, kleiner zu werden.

Also musste ich ein paar Räume weiter in die Notaufnahme.
Dort ärgerte ich mich über meinen entgleisten Blutdruck und die vielleicht notwendig Übernachtung im Krankenhaus so sehr, dass der mit weiteren 30 mmHg systolisch über diese unfaire Schuldzuschiebung protestierte.
Den nächsten Schuldigen hatte ich schnell ausgemacht: Der blöde Doc natürlich!
Wie konnte der bloß irgendwelche aufregenden Bemerkungen (ich solle im Krankenhaus bleiben – ich, ernsthaft jetzt?!) machen, oder mich anderweitig in meiner krampfhaften Blutdrucksenk-Meditation stören (warum muss der unbedingt einen Zugang legen, während das Mistding schon wieder misst?)?! Also kletterte der Druck nochmal 2 Zähler nach oben.
Ich weiß nicht, was ich alles schlucken musste und gespritzt bekam, aber klar war: Das brachte mich nicht weiter, bzw. meinen Blutdruck nicht runter.

Irgendwann ergab ich mich schmollend der Situation und suchte zum Trost für meine persönliche Niederlage, im Krankenhaus bleiben zu müssen, den Vorteil: keine Hausarbeit! (Manchmal sind es die kleinen Sachen, die das Herz erfreuen.)
Das allein reichte, den nicht mehr im Mittelpunkt stehenden Blutdruck prompt um 50 Punkte runtergehen zu lassen.

Dann kam ich hoch auf die Überwachung der Kardiologie (ich! Kardiologie!! Notfall!!!) – und war in dem kühlsten und angenehmsten Klima seit Wochen. Und im Zimmer war es noch besser…
Fassen wir also die Situation zusammen:

  • traumhaftes Zimmer
  • Entspannung pur: zur Abwechslung keine andere Aufgabe außer Abwarten
  • angenehme Temperatur und leichter Windhauch = optimales Raumklima

Ehrlich, hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mich nicht so gegen eine Aufnahme gesträubt!

Die dann am frühen Morgen in´s Zimmer gebrachte Zimmernachbarin war sympathisch – und mittags wurde ich bereits von den Kabeln befreit und in die reguläre Abteilung gebracht. Zu einer sehr netten Zimmernachbarin, in ein ebenfalls tolles Zimmer samt Balkon – und das als Kassenpatientin. Absoluter Glücksfall!

Montag waren dann eine ganze Reihe von Untersuchungen, die darin gipfelten, dass ich bereits Dienstag mit halbwegs gebändigtem Blutdruck raus durfte.

Und zur Krönung hatte ich die große Freude, jemanden berührungslos „über die Ferne“ zu behandeln, und dabei trotzdem die Auswirkungen live mitzuverfolgen. Mit direkter Rückmeldung seitens der behandelten Person. (Das verbleibt bei Fernbehandlungen nämlich sonst gerne mal.)

Warum ich dir diesen Roman erzähle?

Weil ich ein Riesenglück hatte:

  • keine Schmerzen
  • kein Schlaganfall
  • keine Hausarbeit.
  • ein Checkup, für den normalerweise über 6 Monate Wartezeit mit mehreren Terminen nötig sind
  • ein (vorläufige) Diagnose und der Beginn einer Therapie in Rekordzeit
  • nette Zimmernachbarinnen
  • den Pfleger aller Pfleger
  • tolle Zimmer
  • Rund-um-Versorgung inklusive
  • die Nutzung eines wunderschönen Patientengartens, direkt an der Weser gelegen, bei wunderbarem Wetter

Sicher könnte ich auch jammern und mich darauf konzentrieren, dass ich in´s Krankenhaus  musste, ohne Wechselkleidung, dass das Gemüse zu salzig und latschig war, ich nicht im eigenen Bett schlafen konnte und überhaupt: ich hatte doch ganz andere Pläne!

Aber die Situation wäre die gleiche gewesen, nur viel unangenehmer.

Doch warum sollen wir es uns nicht so schön wie möglich machen, indem wir das Gute sehen?
Egal, woran wir glauben: Wir sind in diesem Leben als dieser Mensch nur eine begrenzte Zeit auf Erden. Und diese kurze, kostbare Zeit mit unnötigem Jammern verschwenden? Och nöh, wäre doch schade drum!

Bitte nicht falsch verstehen:
Ich bin eine Meisterin im Jammern, Meckern, Schwarz sehen! 🙂 Manchmal muss das sein. Denn nur, wenn uns bewusst wird, dass etwas nicht so läuft, wie wir uns das vorstellen, können wir das ändern.
Aber das sollten wir dann auch in Angriff nehmen, und nicht einfach nur sinnbefreit weiter jammern!


Und auch bei mir wird es daher zu Änderungen kommen. Denn so positiv das letzte Wochenende auch war, ich kann auf eine Wiederholung dann doch gut verzichten. 🙂

Also bin ich in mich gegangen und habe überlegt, wie es dazu kommen konnte.
Dabei sind mir so viele Dinge eingefallen, die ich aber alle auf einen Punkt bringen kann:
Mehr an mich denken und mich mehr auf die -für mich – wirklich wichtigen Dinge fokussieren!
Und meine zwangsweise Abwesenheit lässt stark hoffen, dass das auch gut funktionieren kann, zumindest in den Ferien:
Die Jungs kauften ein und hatten dabei sogar ihren Spaß. Alle Männer wuschen Wäsche wie die Weltmeister. Der Hund machte morgens nicht nicht in´s Haus, sondern wurde zuvor vom Gatten ausgeführt.
Zu guter Letzt kam der „Kleine“ auch ohne meinen Taxidienst zu seinen Terminen.

Ich bin sicher, dass diese „Zwangserfahrung“ für unsere komplette Familien gut war und wir in Zukunft letztendlich mehr Lebensqualität haben werden. Denn es ist meinen Männern und mir (wieder) klar gemacht worden, dass die Welt nicht zusammenbricht, wenn ich mal nicht kann oder will. Dieses Wissen entspannt ungemein!
Und Entspannung ist eine der besten Dinge, die unserer Gesundheit passieren kann!

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