Fallgeschichten Schmerzen

System overload: Migränebehandlung

Migräne bringt uns an unsere Grenzen. Als Patientin sind es die Schmerzen – und als Therapeutin die Behandlung. Aber es hat sich gelohnt, die Herausforderung anzunehmen!

Hätte ich vorher geahnt, was für ein Kraftakt die Therapie dieser Migräne werden würde, hätte ich diese Herausforderung vielleicht nicht angenommen.
Dabei war die Behandlung dieser Patientin einer dieser ganz besonderen Meilensteine, die uns zeigen, dass mehr in uns steckt, als wir ursprünglich glaubten.

Dabei begann alles ganz harmlos:
Ein Bekannter bat um Hilfe für seine Frau. Diese litt unter regelmäßigen Kopfschmerzen. Tabletten waren nötig, Akupunktur bringt vorübergehende Linderung.
Jetzt sollte mal etwas anderes ausprobiert werden. Und da kam ich gerade recht.

„Kein Problem“, dachte ich und machte mir der Frau einen Termin.

Die erste Sitzung verlief dann auch wie so viele andere:
Vorgespräch, Anamnese, Behandlungsvertrag – und ab auf die Behandlungsliege.
Auch hier: business as usual (sofern es das jemals ist, denn jede Sitzung verläuft anders). Der nächste Termin wurde für 3 Wochen später empfohlen, und die Patientin fuhr danach nach Hause.

Hätte ich zu dem Zeitpunkt gewusst, dass die Gute ihre Migräne nur mit Sumatriptan ertragen konnte und bis jetzt kein anderer der zahlreichen Therapiversuche vernünftig half, wäre ich nicht ganz so von mir eingenommen gewesen…

Denn am nächsten Tag rief mich ihr Mann an und bat um Hilfe: Seine Frau  habe es gerade wieder mit einem schweren Anfall zu tun!

Okay, das kann passieren, also machte ich mich entspannt und siegessicher per „Fernwartung“ an die Arbeit.
Bei dieser nehme ich Kontakt zum Energiefeld der Patientin auf und korrigiere die Ungleichgewichte. Danach geht es in der Regel der Behandelten wieder besser.
Und so spürte ich – natürlich! – umgehend die positive Auswirkungen meiner Arbeit. Dachte ich jedenfalls.
Siegessicher erwartete ich also ihre Rückmeldung – aber die war nicht das, was ich hören wollte: Dummerweise ging es der Patientin immer noch schlecht.
Und zwar so richtig! 🙁

Das war nicht der Plan!

Und so düste ich ab zum Hausbesuch. 
Hier erwartete mich das reine Elend: Ich traute mich kaum, manuell zu arbeiten (ich spreche hier von „Hand auflegen“, also nicht mal manipulativen Techniken)!
Also berührte ich die Patientin kaum und hielt mich streng an das, was mir meine Tests  vorgaben.

Gelobt sei mein zuverlässiger Muskeltest!

Während dessen litt die Patientin weiter still vor sich hin. Und zwar viel zu lange für meinen Geschmack, denn eine Besserung ließ auf sich warten.
Zeitgleich schickten mich meine Tests  kreuz und quer durch alle Techniken, Körperregionen und Zeiten, und ich wurde immer nervöser: Wo war hier die Struktur??? Versagte mein Test?

(Unter uns: Ich war zwischendurch kurz davor aufzugeben…)

Irgendwann waren dann endlich alle Ungleichgewichte ausgeglichen – aber immer noch herrschte in ihrem Kopf der Schmerz!
Nichts war hier so, wie ich es von allen bisherigen Behandlungen gewohnt war!

Immerhin quälte der Schmerz meine Patientin nicht mehr ganz so gleichbleibend hartnäckig, sondern fing an zu wandern. Und das ist immer ein gutes Zeichen:
Wenn Schmerzen wandern, können sie auch weg-wandern!
Also machte ich weiter, dieses Mal in kommunikativer Zusammenarbeit mit der Patientin, denn das war jetzt schon machbar. Und sie konnte wieder sprechen, wenn auch leise und vorsichtig.
Irgendwann, meine Arme waren  schon lahm, war sie tatsächlich schmerzfrei!!!

Uff.

Ich fuhr nach Hause,  nicht ohne sie dringend zu ermahnen, sich bei einem erneuten Anfall sofort (!) zu  melden:
Schmerzen sind doof, und fürs Aushalten gibt es keinen Pokal. 😉

Mein Höllenritt als Therapeutin spielte sich an einem Freitag ab.
Das ganze Wochenende schielte ich dann immer wieder auf das Telefon und wartete nervös auf einen Anruf. Aber nichts da – kein Anruf kam!   

Einige Wochen später erhielt ich dann endlich die ersehnte Rückmeldung:
An besagtem Wochenende nahm die Patientin noch eine einfache Schmerztablette. Das war’s. Danach hatte sie keine weiteren Schmerzen mehr!

Aber Madame Migräne ist ein Gewohnheitstier: Wenn sie jahrelang wüten durfte, bleibt sie natürlich nicht einfach nach zwei Behandlungen aus.
Also unternahm sie einige Wochen später noch einen weiteren Anlauf, meiner Patientin das Leben zu versauen. Doch sie war so geschwächt (die Migräne, nicht die Patientin), dass sie diesmal nicht mr den Hauch einer Chance hatte:
Wieder nahm meine Patientin das gleiche Schmerzmittel, das ihr schon am besagten Wochenende half (was sie nahm, ist mir bekannt, aber ich mache hier keine „Werbung“ für bestimmte Arzneimittel oder Wirkstoffe). Und wieder war das ausreichend, um den Migräneanfall fortzujagen. 🙂

Ich behandelte die Frau dann zwei Monate später prophylaktisch ein drittes Mal – dieses Mal „nur“ per Zoom.
Das war’s: Die Schmerzfreiheit hält immer noch an.
Und wenn denn doch wieder ein Anfall droht, reicht die besagte rezeptfreie Schmerztablette.

Und das alles nach nur 3 Behandlungen. Dabei gehe ich gehe fest davon aus, dass mit mehr Behandlungen auch diese die Mini-Migräne-Anfälle wegbleiben würden.
Aber letztendlich ist es die Entscheidung der Patienten, was genau sie sich von der Behandlung wünschen: Komplette Schmerzfreiheit – oder nur ganz schlicht ein „händelbarer Schmerz“.


So oder so bestätigten sich wieder eindrucksvoll zwei zentrale Fakten:

  1. Heilung ist unabhängig von der Länge und Intensität der bisherigen Krankheitsgeschichte möglich:
    Diese Patientin war bereits seit Jahren erkrankt und hatte schon viele Ärzte und Therapien ausprobiert: Akupunktur, Hammer-Schmerzmittel und Osteopathie, um nur einige aufzuzählen.
    Letztendlich waren aber nur 3 kinesiologisch-energetische Behandlungen nötig, um dieser Frau ihr Leben wiederzugeben. (Das sage nicht ich, sondern die Patientin.)
  2. Manchmal ist die Heilung also „nur“ auf einer anderen Ebene notwendig:
    Wenn man den richtigen Behandlungsansatz gefunden hat, kann es ganz schnell gehen.

Was aber mindestens ebenso wichtig war: Der Anruf des Ehemannes, als der Schmerz als Erstverschlimmerung auftrat.
Sonst hätte ich nicht im effektivsten Moment, nämlich als die Schmerzen akut waren, behandeln können.
Und das hätte vermutlich zur Folge gehabt, dass die Patientin meine Arbeit für sich als nicht wirksam abgehakt hätte, samt Griff zur Hardcore-Schmerztablette.
Vertan wäe damit die Chance auf Schmerzfreiheit ohne starke Medikamente gewesen!


Meine eigene Lektion hatte für die Patientin zwar keine Bedeutung, für mich war sie jedoch ein Durchbruch der besonderen Art:

Mein Erfolg mag auf Engeln, Göttern, den Ahnen – oder schlicht mir und meiner „besonderen Veranlagung“ beruhen. Die Wirkung der Behandlung ist aber nicht der Placebowirkung zuzuschreiben. Jedenfalls nicht nur.
Wäre es so, dann hätte hier keine Wirkung auftreten dürfen, dazu waren sowohl die Patientin als auch ich die Behandelnde viel zu skeptisch!

Autor

Hallo, ich bin Bettina. Ich helfe Menschen dabei, ihre Allergien loszuwerden, egal ob Heuschnupfen, Hausstaubmilben oder Nahrungsmittel. Damit sie das unternehmen (und essen) können, wann und was sie wollen. Mit meiner Familie samt unserer Hündin Ember lebe ich in einem Dorf im Weserbergland, einem Pollen-Eldorado vom Feinsten. Und damit war dann mein Praxisschwerpunkt "Allergiebehandlung" unausweichlich vorprogrammiert.

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