Fachliches Heuschnupfen und Allergien Schmerzen

Nur wissenschaftlich anerkannte Therapien wirken? Nö. WIRKUNGSVOLLE Therapien wirken.

Viele Menschen sind chronisch krank, wollen aber nur naturwissenschaftlich bewiesene Therapien nutzen, ohne auch nur einmal über den Tellerrand zu schauen. Damit legen sie sich selbst Steine in den Weg. Und das ist so schade!

Ich kenne das schon: Wenn ich erzähle, dass ich mit Kinesiologie per Zoom erfolgreich Allergien behandle, sehe ich bei 98% aller Gesprächspartnerinnen zweifelnde Blicke. Ich gebe zu: Was ich erzähle, hört sich strange an und insofern kann ich die Skepsis nachvollziehen. Aber mich ermüdet das auf Dauer und in diesen Momenten wünsche ich mir manchmal eine gute Fee herbei, die meine Arbeit mal eben als „wissenschaftlich anerkannt“ klassifiziert. Am besten noch in randomisierten Studien bewiesen – das wär’s! 🤩

Aber die Sache ist die: Es ist ein Denkfehler, sich als Patient auf wissenschaftlich bewiesene Therapien zu versteifen. Es geht nicht darum, dass etwas bewiesen sein muss, damit es wirkt. Sondern: Es muss einfach nur wirken. Der wissenschaftliche Beweis ist nur das Goodie „on top“. Und selbst der kann sich manchmal als Irrglaube herausstellen.

Warum es gerade als chronisch Kranker falsch ist, sich auf „bewiesene“ Therapien zu verlassen

Bei akuten Krankheiten ist es durchaus sinnvoll, bewiesene schulmedizinische Therapien zu nutzen: Wer nur gelegentlich unter leichten Kopfschmerzen, einer Erkältung oder Sodbrennen leidet, ist mit der einen oder anderen Tablette gut bedient. (Wenn ich denn dann überhaupt Tabletten nehmen muss …)

Schwierig wird es, wenn ich dauerhaft krank werde, und mir keine vom Arzt verordnete Therapie vernünftig hilft. Oder wenn die verschriebenen Medikamente starke Nebenwirkungen haben.

Wer in dieser Situation immer noch kategorisch neue „unbewiesene“ Methoden ablehnt, hat eins nicht begriffen: Wie kann sich mein Zustand ändern, wenn ich (nur) bei der alten Therapie bleibe, wenn sie mir bis jetzt noch nicht ausreichend geholfen hat?

Wann gilt etwas überhaupt als „bewiesen“?

Um im naturwissenschaftlichen Sinn als „bewiesen“ zu gelten, sind aufwendige und teure Studien mit unzähligen Versuchen, am besten randomisiert und doppelblind, nötig. Geht es gar um ein medizinisch wirkungsvolles Präparat oder ein anderes Heil(hilfs)mittel, und seine Zulassung in Deutschland, bzw. der EU, wird es noch teurer: In Studien mit unterschiedlichen Phasen (deren Kosten vom potenziellen Anbieter zu tragen sind) muss die Wirksamkeit und Unschädlichkeit nachgewiesen werden, bis irgendwann die Zulassung vom Bundesgesundheitsamt (bzw. Europäischem Gesundheitsamt) erfolgt.
Hier der Link zur Zulassung und hier der Link zu den Kosten (nur für die Zulassung seitens des Bundesministeriums für Gesundheit für Herstellung, Vertrieb und Bewerbung von Arzneimitteln – die Studien und Versuche mit den diversen Phasen sind hier außen vor).

Es versteht sich von selbst, dass diesen Aufwand und die horrenden Kosten nur der auf sich nimmt,

  • der zum einen finanziell potent genug ist, die notwendigen Versuche und den bürokratischen Vorgang der Zulassung zu bezahlen.
  • der sich von seiner Investition einen lohnenden Gewinn für später erhofft.
  • Und:
    Dessen Methode mit den derzeitig möglichen technischen Mitteln auch bewiesen werden kann.

Warum kann meine Methode nicht bewiesen werden?

Damit dürfte klar sein, warum ich schon aus finanziellen Gründen keine Studie initiieren werde, um die Wirksamkeit meiner Arbeit zu untermauern, geschweige denn meine Methode offiziell zulassen zu lassen.

Erschwerend kommt hinzu, dass ich nur die Wirksamkeit von den durch mich persönlich durchgeführten Behandlungen testen könnte. Damit wären die Aussagen der Studien nicht auf alle Anwender übertragbar. Wenn der Erfolg meiner Methode und die dadurch erzielbaren Einnahmen, nicht skalierbar sind, lohnt die Investition erst recht nicht.

Aber das größte Hindernis ist meine Methode selbst: Meine Arbeit für jeden meiner Patienten ist so individuell, dass ich sie nicht in ein festes Schema pressen kann (bzw. nicht pressen will, weil das zulasten des Behandlungserfolgs ginge). Bei maximal 4 neuen Patienten, die ich jeden Monat aufnehmen kann, fehlt außerdem die schiere Masse an Probanden, die für eine randomisierte Studie notwendig sind.

Aber daraus folgt auch: Eine unbewiesene oder gar nicht zugelassene Methode ist nicht automatisch unwirksam. Es kann auch einfach sein, dass sie „nur“ sehr individuell ist, nicht genau untersucht werden kann – oder die Zulassung sich finanziell nicht lohnt.

Woher kommt der Drang nach bewiesenen Methoden?

Neben psychisch-evolutionären Gründen (siehe unten die Punkte 1 und 2), gibt es eine ganz handfeste Ursache (Punkt 3), warum wir alle mehr oder weniger den Drang nach bewiesenen Methoden haben:

  1. Kennst du das Phänomen, dass du dich bei zwei Eisläden für die entscheidest, bei der die Schlange, die davor steht, länger ist? Oder dass du Bücher der Spiegel-Bestsellerliste bevorzugst? Dieses Verhalten kommt aus der Evolution und soll uns schützen. Denn was andere gut finden, kann für uns selbst doch auch nicht schlecht sein, oder? Das „wissenschaftlich bewiesen“-Label ist eine Variante des „social proof“-Phänomens.
  2. Wir sind soziale Wesen voller Unsicherheit und wollen für unseren Schutz in unserem Rudel bleiben. Wer da zu sehr aus der Reihe tanzt, hat es schwer: Auch wenn „unbewiesen“ nicht automatisch „unseriös“ oder „wirkungslos“ bedeutet, ist der gesellschaftliche Druck, sich auch bei Therapien an unser Umfeld – oder diejenigen, die am lautesten schreien – anzupassen, groß: Es gehört schon ein gewisses Rückgrat dazu, gegen den Mainstream („Herdentrieb“) zu handeln. Dabei geht’s nicht nur um Maßnahmen für unsere Gesundheit, sondern unser komplettes Leben: Angefangen bei unserer Kleidung an, weiter über die korrekte Berufswahl („Akademisierung“) und endet irgendwo bei der für unser Umfeld richtigen Anzahl und Orte unserer Piercings (Ohren, Augenbrauen, Nase, Mund, … – ich selber habe übrigens kein einziges).
  3. Ich gebe es zu: Es gibt viele Scharlatane und Möchtegern-Heiler da draußen. Rein statistisch ist die Wahrscheinlichkeit, mit „unbewiesenen“ Methoden eine Bauchlandung hinzulegen, tatsächlich größer als mit „bewiesenen“ Therapien. Punkt.

Insofern finde ich die Skepsis gegenüber meiner Arbeit durchaus positiv, zeigt sie mir doch, dass meine Patienten kein im Wunschdenken verhaftete Traumtänzer sind, sondern gebildete und soziale Realisten.

Aus den drei Punkten folgt aber auch: Als Patient erfordert das Ausprobieren von (noch) unbewiesenen Methoden Mut, Pragmatismus und Zivilcourage, Offenheit – und einen gewissen Leidensdruck.

Wenn „bewiesene“ und „unbewiesene“ Methoden gemeinsam eingesetzt werden …

Dass „unbewiesen“ auf keinen Fall mit „unwirksam“ gleichzusetzen ist, zeigen Erfahrungen in renommierten Kliniken in den USA, in denen Schulmediziner und alternative Therapeuten zusammenarbeiten – sogar während OPs!

Ein anderes Beispiel: Bei Notfallpatienten wird in einigen Kliniken in den USA automatisch vom Klinikpersonal deren Stirn gehalten. Ich selber habe diese energetische Technik hier beschrieben.

In unserer europäischen Nachbarschaft, in Großbritannien, dürfen Patienten laut Gesundheitssystem frei wählen, ob sie sich schulmedizinisch oder/und mit „energetischen“ Methoden behandeln lassen wollen. Das gilt in Kliniken mit extra Abteilungen, als auch beim Hausarzt um die Ecke, der alternativ arbeitende „Healer“ anstellen darf, die dann in seiner Praxis die Patienten ergänzend behandeln. Wer mehr dazu lesen möchte, folge bitte dem Link.

Die komplementäre Medizin, also die gemeinsame Behandlung von Ärzten und von Therapeuten, Heilpraktikern und/oder Heilern mit anderen Ansätzen, ist in meinen Augen das Beste, was einem Patienten geschehen kann, weil er dann aus dem vollen Fundus der Möglichkeiten schöpfen kann.

Mein eigene „wissenschaftlich nicht bewiesene“ Methode

Bekanntermaßen ist meine eigene Methode nicht wissenschaftlich bewiesen. Über die Gründe habe ich oben genug geschrieben.

Als Skeptikerin, auch meiner eigenen Arbeit gegenüber, versuche ich aber so gut wie möglich, mit meinen freiwilligen Probanden innerhalb der Familie und dem Freundeskreis, die Wirksamkeit meiner in Fortbildungen erlernten Techniken zu erproben und immer weiter zu optimieren: Helfen sie? Wann? Bei wem? Wann nicht? Bei wem nicht? Über die Entfernung?
Manches funktioniert bei meinen Versuchen, anderes nicht.

Heilversprechen gebe ich so oder so nicht: Erstens darf ich das laut Heilmittelwerbegesetz nicht (die Sache mit dem „bewiesen“). Zweitens will ich tatsächlich keine verbindlichen Zusagen abgeben, denn jeder Mensch ist individuell und was bis jetzt immer geholfen hat, kann irgendwann trotzdem nicht weiterhelfen.

Fazit:

Natürlich ist es erstrebenswert, wenn eine Methode oder ein Medikament als bewiesen gilt. Ich gebe zu, ich bin sogar ein wenig neidisch auf die Therapeuten, die mit bereits anerkannten Methoden arbeiten, und fände es sehr schick, wenn auch meine Arbeit „bewiesen“ wäre.

Aber nichts ist vollkommen, und so werde ich auf den Beweis verzichten müssen.

Letztendlich geht es aber doch nur um eins: Hilft das, was ich mache? Oder hilft es nicht? Oder kann es gar schaden? Und noch wichtiger: Gehe ich mit meinem Wissen und meinen Fähigkeiten – und meiner Grenzen – verantwortungsvoll um?

Bettina Luther sind lächelnd vor einem Busch.

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Autor

Hallo, ich bin Bettina. Ich helfe Menschen dabei, ihre Allergien loszuwerden, egal ob Heuschnupfen, Hausstaubmilben oder Nahrungsmittel. Damit sie das unternehmen (und essen) können, wann und was sie wollen. Mit meiner Familie samt unserer Hündin Ember lebe ich in einem Dorf im Weserbergland, einem Pollen-Eldorado vom Feinsten. Und damit war dann mein Praxisschwerpunkt "Allergiebehandlung" unausweichlich vorprogrammiert.

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