Fallgeschichten Heuschnupfen und Allergien

Eine Allergiebehandlung zum Gähnen: Männer und Erdbeeren

Erdbeeren in Großaufnahme

In der letzten Erdbeersaison gab es für einen Patienten als Teil einer 4-wöchigen Allergiebehandlung eine Balance (kinesiologische Sitzung) in meiner Praxis.

Das führte letztendlich zu folgender Bewertung:

Während der Therapie in lockerer Atmosphäre war wenig Einsatz von meiner Seite nötig: Es gab nur sehr wenige Termine und die Behandlungen waren komplett schmerzfrei.
Ich bin verwundert, dass das auf diese Weise überhaupt funktioniert.
Ich weiß nicht, ob das immer so gut klappt. Aber wer Allergieprobleme hat, dem würde ich raten, Bettinas Therapie auszuprobieren.
Volker Sch., 53 Jahre

Wenn du neugierig bist, was zu dieser Bewertung geführt hat und wie so eine Allergie-Behandlung bei Männern abläuft, kannst du hier einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Volker und seine Allergie-Vorgeschichte

Beginnen wir mit der Vorstellung von Volker.
Der war zum Behandlungszeitpunkt 52 Jahre alt und grundsätzlich topfit. Abgesehen von seinen Allergien: Die begannen schon im Kindesalter und verschlimmerten sich im Laufe der Jahre immer weiter. Mittlerweile konnte er einige Lebensmittel schon gar nicht mehr essen, weil das Halskratzen als Allergiesymptom einfach zu unangenehm wurde. Zusätzlich befürchtete er, irgendwann einen „Etagenwechsel“ von der „einfachen“ Allergie mit Heuschnupfen hin zum Asthma zu erleiden. Diverse Behandlungen in der Vergangenheit, sowohl schulmedizinischer als auch alternativer Art, brachten zwischenzeitlich die eine oder andere Erleichterung, aber keinen echten, durchschlagenden Erfolg.

Beginn der 4-wöchigen Behandlung

Wir machen eine kleine Zeitreise 4 Wochen zurück. Damals war Volker das erste Mal bei mir in der Praxis und bekam seine erste Balance, samt obligatorischer Ermahnung, die kommenden Tage viel Wasser zu trinken. So kann die Balance optimal unterstützt werden. Außerdem gab es von mir den Hinweis, die kommenden 4 Wochen bei Allergiesymptomen SOFORT per WhatsApp (oder Threema) Kontakt zu mir aufzunehmen, auch am Sonntag oder Feiertag. Das ist wichtig, weil ich dank dieser Rückmeldungen am effektivsten behandeln kann.
Die kommenden Wochen gab es dann auch immer mal wieder kurze Rückmeldungen, die zeigten, dass es sehr schöne Behandlungsfortschritte gab: Immer seltener traten Allergiesymptome auf, und wenn, waren sie von Mal zu Mal geringer ausgeprägt. Aber mein Ehrgeiz als Allergie-Spezialistin ist nicht „schon sehr viel besser“, sondern 100%ige Symptomfreiheit. Und das hatten wir bei den Nahrungsmittelallergien noch nicht erreicht. Das sollte sich ändern.

Allergiebehandlung a la „Rosskur nach Luther“

Also stand Volker nach besagten 4 Wochen mit einem Einkaufskorb voller Erdbeeren, Erdnüsse, Haselnüsse, Pfirsiche, Walnüsse, Äpfel (Granny Smith, die anderen Sorten vertrug er) und Nektarinen für eine „Rosskur“ bei mir im Praxisraum. Da Volker kein Anaphylaktiker (das sind Patienten mit lebensgefährlichen Allergie-Symptomen) war, konnten wir das Risiko eingehen.
Sein „Picknickkorb“ mit den Leckersten aller Allergene war die Voraussetzung für die wirksamste Behandlung, die ich anbiete: Denn die funktioniert am besten, wenn es zu Symptomen kommt. Und je heftiger die Symptome, desto effektiver die Behandlung. Und je mehr Kontakt mit Allergenen, desto heftiger logischerweise die Symptome.
Hier die Behandlungsschritte im Detail:

  • Als Erstes nahm Volker vorsichtig den Apfel in die Hand – und sofort setzte bei mir das bekannte Gähnen ein. (Mein Gähnen ist mein „special effect“ und zeigt mir zuverlässig an, dass mein Gegenüber auf meine Behandlung reagiert. Hört sich merkwürdig an, ist aber so.)
  • Irgendwann hörte ich auf zu gähnen, und weil es Volker immer noch gut ging, verstärkten wir die Provokation: Volker legte ein Stück Apfel an seine Lippen. Und prompt ging meine Gähnerei weiter.
  • Nächster Schritt, natürlich wieder erst, nachdem mein Gähnen aufgehört hatte und Volker immer noch fit war: Apfel in den Mund nehmen, und zwar ohne zu kauen – und, du ahnst es bereits, das Gähnen meinerseits kam wie auf Bestellung.
  • Danach der nächste Schritt (natürlich nur machbar bei Gähnfreiheit meinerseits und einem beschwerdefreien Volker anderseits): gaaanz vorsichtig und langsam kauen.
  • Als letzten Schritt kaute Volker dann herzhaft seinen Apfel – und nachdem ich auch hier nichts mehr zu gähnen hatte, waren wir mit der Behandlung der Apfelallergie fertig: Das war’s!

Diesen Vorgang wiederholten wir nacheinander mit allen Lebensmitteln, die Volker mitgebracht hatte, zwischendurch aufgelockert von seinem erstaunt-belustigten Kommentar: „Wenn ich das vorher Zuhause gemacht hätte, hätte ich schon sooo einen Hals!“
Bei mir war aber nicht „Zuhause“, bei mir war Ernst: eine Allergiebehandlung nach der Methode Luther (die aber zugegebenermaßen nicht „original Bettina Luther“, wäre, wenn es nicht auch immer etwas zu lachen geben würde).
Jedenfalls (fr-)aß sich Volker auf diese Weise während der ganzen Balance durch seine Allergene, und ich gähnte weiter vor mich hin.

Happy End mit Allergiefreiheit

Servierfertige Erdbeeren

Nach einer Stunde waren wir endlich fertig: Der Korb war leer, ich hatte zuende gegähnt – und die Allergien waren ausgeglichen und keine Symptome mehr vorhanden!
So unspektakulär, so wirkungsvoll. (Bis auf den Geruch der Erdbeeren. Der war so „mjaammm“, dass ich anschließend losgefahren bin, um MIR Erdbeeren zu kaufen.)

Und das Beste an der Sache:
Einige Wochen später kam dann die Rückmeldung, dass die Allergie immer noch weg ist. Und das ist bis jetzt so geblieben.

Fragen?

  • Wieso ist dies die Behandlung von Männern? Werden Frauen anders behandelt?
    Tatsächlich können Frauen und Kinder sogar ohne persönliche Anwesenheit in der Praxis behandelt werden. Hier reichen einfache Zoom-Sitzungen. Womit es einen weiteren Beweis dafür gibt, dass Männer anders sind. 😉
    (Disclaimer: Bitte aber immer bedenken, dass jeder Mensch anders ist: Auch Frauen müssen manchmal in meine Praxis für die Abschlussbehandlung – und einige Männer können dann doch auf eine Reise ins Weserbergland verzichten.)
  • Was ist eine „Balance“?
    Kinesiologen (wie auch einige andere gesundheitsfördernde Therapien, z. B. die traditionelle chinesische Medizin, TCM) gehen davon aus, dass wir deshalb gesundheitliche Probleme haben, weil wir nicht im Gleichgewicht sind. Um das wiederherzustellen, „balancieren“ wir den Menschen aus. Daher heißen die einzelnen kinesiologischen Behandlungssitzungen „Balancen“.
  • Wieso überhaupt eine Allergie auf Erdbeeren?
    Auf jeder Erdbeere sitzen viele winzig kleine, grüne Kerne. Das sind Nusskerne.
    Denn die Erdbeere ist eigentlich keine Frucht, sondern eine Nuss (genauer: „Sammelnuss“). Somit ist die Allergie auf Erdbeeren in Wirklichkeit eine Allergie auf … NÜSSE! Und damit eine der häufigsten Kreuzallergien als Begleiterscheinung auf eine Allergie auf Birkenpollen.
  • Kann ich denn gar nichts gegen eine Erdbeerallergie machen außer Antiallergika zu nehmen oder mich begähnen zu lassen?
    Wer auf Erdbeeren allergisch reagiert, sich nicht von mir behandeln lassen möchte, aber trotzdem endlich mal wieder den Geschmack von frischen Erdbeeren genießen will, kann versuchen, das Äußere mit den Kernen abzuschälen. (Wir denken jetzt bitte nicht über die damit verbundene Arbeit nach.) Vielleicht verträgt er/sie den Rest der Erdbeere ohne Kerne?
    Warnung: Solche Experimente sind nichts für Anaphylaktiker (hochallergische Patienten, die unter lebensbedrohlichen Allergiereaktionen leiden)!
  • Inwiefern hat das Gähnen mit der Behandlung zu tun? Kann ich auch meinen Mann oder mein Kind selbst behandeln, wenn ich gähne?
    Ich gähne nicht gezielt, sondern „es gähnt mich“. Das Gähnen ist nur eine (etwas peinliche) Reaktion auf das, was ich bei meinem Gegenüber spüre.
    Daher glaube ich nicht, dass du Erfolg hast, wenn du deinen Mann „begähnst“. Aber probiere es ruhig aus – und gib mir dann bitte Rückmeldung: Ich bin gespannt, was du zu berichten hast!
Bettina Luther sind lächelnd vor einem Busch.

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Autor

Hallo, ich bin Bettina. Ich helfe Menschen dabei, ihre Allergien loszuwerden, egal ob Heuschnupfen, Hausstaubmilben oder Nahrungsmittel. Damit sie das unternehmen (und essen) können, wann und was sie wollen. Mit meiner Familie samt unserer Hündin Ember lebe ich in einem Dorf im Weserbergland, einem Pollen-Eldorado vom Feinsten. Und damit war dann mein Praxisschwerpunkt "Allergiebehandlung" unausweichlich vorprogrammiert.

3 Kommentare Neuen Kommentar hinzufügen

  1. Shivani sagt:

    Liebe Bettina,
    vielen Dank für den schönen Fallbericht. An diesen Geschichten können wir alle am meisten lernen. Das geht mir als Psychologin genau gleich. Das mit dem Gähnen kann ich übrigens aufklären bzw. erklären. Wenn das Nervensystem aus dem Kampf-Flucht Modus in den Verbundenheits-Modus umschält, dann wird das oft von einem Gähnen begleitet. Und du bist offenbar so emphatisch mit dem anderen verbunden, dass sich da ein ganz nützliches Rückmeldesystem entwickelt hat. Das ist spitze!
    Viel Freude bei deinen Balancen und viele Grüße aus Südfrankreich

    1. Liebe Shivani,

      danke für deinen Kommentar! ❤️
      So cool, dass du mir weiterhelfen kannst, endlich erfahre ich mal mehr über den Hintergrund des Gähnens! 😀
      Inwiefern geht es um Verbindung? Die von mir mit meinem Gegenüber, oder meinem Gegenüber mit mir? Oder dass mein Gegenüber sich mit seinem Thema verbunden und endlich in sein System integriert hat? 🤔
      Kannst du mir da weiterhelfen? 🙏‍
      Gerne mit einem Link zu deinem Blog!

      Liebe Grüße in das derzeit bestimmt sehr viel sonnigere Südfrankreich als unser Schaumburger Land!

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