Persönliches

Mein Motto für 2022: Raus mit M.I.R.!

Warum überhaupt ein Motto?

Ehrlich gesagt, fand ich es früher reichlich überflüssig, mir ein Motto zu suchen. Außer, dass es eine fancy Angelegenheit ist, erschloss sich mir nicht wirklich der Sinn.
(Unter uns: Ich hatte bei solchen Themen innerlich augenrollend den Spruch meiner Oma im Hinterkopf: „Wer keine Arbeit hat, macht sich welche!“)

Aber dann kam Judith und gab als neues Blogthema „Mein Motto für 2022“ raus.
Und ich so: „Och nö!“
Daraufhin Judith: „Du musst ja nicht. Aaaber …. besser ist das!!! Denn wenn du dein Motto aufschreibst und darüber bloggst, wirst du dich für das kommende Jahr unbewusst darauf fokussieren. Das ist voll cool und bringt dich ganz doll weiter.“
Es kam, wie es kommen musste: Immer noch skeptisch, aber auch neugierig und experimentell by nature, knickte ich ein: „Naaa gut. Wenn’s denn sein muss …!“
(Hach, und was bin ich jetzt gespannt, ob es funktioniert!)

Making of mein Motto 2022

Also knabberte und bastelte ich wochenlang an meinem Motto, was sich als nicht ganz so einfach herausstellte. (Mich selbst in den Wahnsinn treiben kann ich!)

Bis mir irgendwann auffiel, dass mein Motto des Jahres 2022 sich mir doch förmlich aufdrängte:
Immerhin habe ich letztes Jahr zwei essenzielle Erfahrungen gemacht, die mich darauf hinwiesen:

  1. Ich riss mir Anfang 2021 den Allerwertesten auf, um mein Angebot im Rahmen einer „Challenge“ („sportliche Herausforderung im beruflichen Bereich“) bekannt zu machen. Mit allem Pipapo wie Zielgruppenbestimmung, Positionierung, Funnel, Landingpage – und on top gab es zur Bewerbung jede Menge Facebook- und Instagrambeiträge.
    Nach der Challenge war ich platt, aber der Erfolg war ausgesprochen überschaubar. Mal ganz abgesehen davon, dass ich diesen Marketingkram vom psychologischen Standpunkt aus total spannend fand, aber mein Fokus auf das, worum es wirklich ging (die kinesiologische Behandlung und das Coaching), im Nirwana verschwand. Außerdem verlor ich durch dieses ganze Werbezeugs irgendwann den Spaß an meiner Arbeit.
    Im Gegensatz dazu lief alles, was ich im Marketing nur „just for fun“ und ohne Ehrgeiz machte, richtig klasse.
  2. „Mal-eben-etwas-länger-Behandlungen“ und „die kleine Beratung/Testung zwischendurch“ kosteten mich in 2021 viel Kraft und ließen mich Ende des Jahres das erste Mal in meinem Leben wirklich und wahrhaftig urlaubsreif sein. Eine völlig neue Erfahrung! Und eine, auf die ich gerne verzichtet hätte.
    Der Tiefpunkt war dann eine Testung in der damaligen Zeit bei einer Freundin, die total daneben war (nicht die Freundin – meine Testung!).

Was war die Ursache für beide „Lerngeschenke“?
Ich hatte mich nur am Außen und meinem übertriebenen Ehrgeiz orientiert. Und nicht auf mein Gefühl gehört. Hätte ich das getan und meinem Instinkt vertraut, hätte ich auf diese Misserfolge locker verzichten können. Denn seinen Bedürfnissen und seiner Intuition nachzugehen, ist nicht automatisch egoistisch oder faul, sondern kann pure Notwendigkeit sein! Dumm nur, wenn der eigene Ehrgeiz einem dabei im Weg steht und frau wie die Wilde mit Scheuklappen losrennt, ohne sich erstmal den Weg genauer zu betrachten.

Tadaaa: Da isses, das Motto!

Nach einigen Wochen (sagte ich schon, dass der Weg zu meinem Motto ein steiniger war?), kristallisierte sich daher als mein Motto des Jahres 2022 ein „Raus mit M.I.R.!“ heraus. Dabei geht’s mir, du wirst es bereits ahnen, weniger um Frischluft und eine gesunde Dosis beruhigendes Grün. Sondern um die Wahrnehmung meines Instinkts, meines Bauchgefühls.

M.I.R. bedeutet „Meine Innere Ratio“.

Ich möchte also vermehrt meinem Instinkt (meinetwegen auch meiner Intuition) die Möglichkeit geben, nach außen zu gehen und Entscheidungen zu treffen.
Ganz egal, ob es darum geht, meine Grenzen zu erkennen – oder mutig aus meiner Komfortzone herauszutreten (jedenfalls dann, wenn meine Intuition mir sagt, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist).

Wichtig: M.I.R. hat nichts mit ollen Glaubenssätzen und alten Erlebnissen zu tun! M.I.R. ist die reine Essenz! (Und das wird nochmal ein ordentlicher Brocken werden, meine Intuition von meinen Glaubenssätzen und alte Erlebnissen sauber zu trennen! Vor allem, wenn frau wieder so voller Elan ist und dann überhaupt nicht mehr auf die Idee kommt, genauer in sich hineinzuhören.)

Konkret sehe ich bei „Raus mit M.I.R.“ folgende Stolperfallen:

  • Das ganze Geschrei, dass derzeit in den sozialen Medien kursiert, benötigt sehr viel Zentrierung, um sich selbst nicht in alll den Angeboten und Möglichkeiten zu verlieren und seinen eigenen Weg zu gehen.
  • Ich helfe gar zu gerne und bin begeisterte Retterin in der Not: Ich renne dann mit meinem ollen Helfersyndrom los wie der Stier auf das rote Tuch. Dann zu erkennen: „Hey, das tut mir jetzt nicht gut, da muss ich jetzt einen Cut machen.“ fällt mir unglaublich schwer!
    Und nein, das Helfersyndrom hat nichts mit meinem Instinkt zu tun, sondern vor allem mit Erziehung und doofen alten Verhaltensmustern.
  • Ich kann ganz hervorragend meine Meinung vertreten. Aber Nein sagen (am besten noch auf eine mit Hundeblick vorgetragene Bitte) fällt mir sauschwer.
  • Falls meine Intuition sagt, dass es Zeit für mehr persönliche Beiträge auf dem Blog ist, oder dass ein Interview gehalten werden „muss“, wird es eine „Challenge der besonderen Art“, aus meiner kuscheligen Komfortzone herauszukrabbeln und mich unperfekt zu zeigen und angreifbar zu machen. (Ich merke das gerade jetzt schon beim Schreiben dieses Beitrags, der sich für die paar Wörter ewig hinzieht.)
  • Und gaaanz schwierig wird auch dieses eine Ding werden:
    Auf Schokolade verzichten, wenn ich weiß, dass mich gesundes Essen in dem Moment besser schmecken und glücklicher machen würde. Und dann auch noch zu überlegen, was ich stattdessen essen möchte – und mich dann schlussendlich hinzustellen und mir das Essen zubereiten, statt mal eben eine Tafel aus der Schublade zu ziehen!!! (btw: Ideen für leckere, schnelle, gesunde, pikante oder deftige Rezepte, gerne auch vegetarisch oder vegan, unten als Kommentar, werden von mir begeistert gefeiert!)

Mein Motto und ich:
Wie soll es jetzt mit uns im kommenden Jahr weitergehen?

Ich habe mein Motto erst in den letzten Tagen auf den Punkt gebracht, bzw. aus dem ursprünglichen „Raus mit MIR!“ (in dem es darum ging, mehr Flagge zu zeigen) in „Raus mit M.I.R.!“ abgeändert.
Denn nur schnöde einen Standpunkt zu haben und den zu verbreiten, fühlte sich als Motto einfach nicht „richtig“ an. (Hey, ich fange ja schon an mit M.I.R.! Wie cool ist das denn? )

Mein Denksport für die kommenden Wochen wird also sein, mir zu überlegen, wie ich diese Quadratur des Kreises „Raus mit M.I.R.!“, gepaart mit meiner unstillbaren Experimentierfreude, meinem Perfektionismus-Dreiklang (besser, zuverlässiger, sozialer) und meiner Neugierde am besten in den Griff bekomme.

Hier schon mal vorab drei Themen, die ich für die Umsetzung meines Mottos angehen will:

  • endlich eine neue Tages- und Wochenroutine entwickeln, mit ausreichend Zeit für Sport, Lesen – und sinnlosem In-die-Luft-schauen
  • eine gute Balance aus Optimierung meines bestehenden Allergiebehandlungsangebots und meines geplanten neuen Formats finden
  • meinen Optimierungswahn eingrenzen (tja, DAS wird richtig herausfordernd werden!)

Und ich bin jetzt schon flitzebogen-gespannt darauf, was am Endes des Jahres aus meinem Motto und mir geworden ist!

Falls du noch Tipps für mich hast oder coole Rezepte kennst, die schnell gehen und pikant oder deftig-salzig sind (gerne auch vegetarisch oder vegan), dann freue ich mich über deinen Kommentar!

Autor

Hallo, ich bin Bettina. Ich helfe Menschen dabei, ihre Allergien loszuwerden, egal ob Heuschnupfen, Hausstaubmilben oder Nahrungsmittel. Damit sie das unternehmen (und essen) können, wann und was sie wollen. Mit meiner Familie samt unserer Hündin Ember lebe ich in einem Dorf im Weserbergland, einem Pollen-Eldorado vom Feinsten. Und damit war dann mein Praxisschwerpunkt "Allergiebehandlung" unausweichlich vorprogrammiert.

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