Allergie des Monats

Rotwein: Allergie des Monats

Rotwein-Allergie

Ohne Rotwein können die rasant den Backofen anfliegenden Enten und Gänse samt dem in den Kochtopf gesprungenen Wild nicht optimal runtergespült werden. Was also sonst könnte die Allergie des Monats Dezember werden?

Dabei ist die Rotwein-Allergie eine Allergie der ganz speziellen Art. Und das hat nur wenig mit der schönen Farbe und dem lecker Geruch (und dem Geschmack) zu tun!

Vorab aber ist mir ein Punkt sehr wichtig:
Unter Rotwein-Allergie verstehe ich tatsächlich eine waschechte Allergie!
Nicht die „Allergie“, die nach zu vielen Gläsern zu schlechten Wein auftritt! 😉

Denn:
Eine Rotwein-Allergie muss nicht unbedingt eine Allergie sein. Kann sie aber.
Oder: Sie kann sowohl Allergie als auch Unverträglichkeit sein.

„Jetzt mal langsam, sonst platzt mir gleich der Schädel – auch ohne Wein“, denkst du vielleicht?

Hey, ich sagte ja, Rotwein ist eine Allergie ganz besonderer Art!
Aber versuchen wir mal, strukturiert an die Rotwein-Allergie heranzugehen:

Allergie auf rote Weintrauben

Rotwein besteht aus roten Weintrauben.
Also kann eine Allergie auf rote Trauben, so wie auf jedes andere Obst, vorliegen.

Symptome der Weintraubenallergie

  • Juckreiz an den Lippen
  • Schwellungen am Zahnfleisch und im Rachen
  • Hautausschläge

Mehr Info gibt es hier.

Histaminunverträglichkeit

In den roten Trauben reichert sich noch während der Reifung am Rebstock Histamin an.
Dieses Hormon/Neurotransmitter kann auch unser Körper produzieren, was an sich nichts Schlechtes ist. Blöd nur, wenn unser Immunsystem überreagiert und das mit großer Begeisterung bei Kontakt mit einem Allergen macht. Dann gibt’s nämlich die bekannten Allergiesymptome.
Fehlt unserem Körper aber grundsätzlich die Fähigkeit, das Histamin abzubauen, weil das dafür notwendige Enzym Diaminoxidase (abgekürzt und als Begriff verbreiteter: DAO) fehlt, liegt eine Histaminunverträglichkeit (oder: Histaminintoleranz) vor.

Während der Herstellung des Weins, der Vergärung, vermehrt sich das Histamin dann zusätzlich.
Und: Die flüssige Form und der Alkohol verstärken oft noch die Symptome.

Symptome Histaminunverträglichkeit

Wie eben schon angedeutet: Histamin wird auch bei einer Allergie vom Körper ausgeschüttet.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich die Histaminunverträglichkeit mit allergieähnlichen Symptomen äußert. Dabei können die Beschwerden aber weit über eine „normale“ Allergie hinausgehen. So kann es zu folgenden Symtomen kommen:

  • Blähungen
  • Durchfall
  • Bauchkrämpfen
  • Bauchschmerzen
  • Sodbrennen
  • Erbrechen
  • Sodbrennen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Kopfschmerzen bis hin zu Migräne
  • Schwindel

Nette Liste, ich weiß. Wenn dir das nicht reichen sollte, findest du weitere Infos hier.

Sulfit-„Allergie“

Das ist aber noch nicht alles:
Um Rotwein herzustellen, werden zur Haltbarmachung häufig Sulfite eingesetzt. Die wiederum lösen fiese Symptome aus. Dabei ist die sogenannte Sulfit-Allergie vielmehr eine Unverträglichkeit, vergleichbar der Histaminunverträglichkeit: Der Körper hat Probleme, das Sulfit abzubauen.

Symptome der Sulfit-„Allergie“ (eigentlich eher eine Unverträglichkeit)

  • Asthma
  • Juckreiz
  • Urtikaria
  • Schwellungen an Händen und Füßen
  • anaphylaktische Reaktionen mit Kopfschmerzen oder Kreislaufproblemen (sehr selten)

Weitere Infos hier.

Allergie auf Hefe

Um aus den Trauben tatsächlich Wein zu erhalten, und keinen Essig, benötigt man Hefe für den Gärprozess.
Dabei gibt es eine Vielzahl an Hefen. Eine davon ist aber auf jeden Fall im Wein – und dagegen kann unser Körper eine Allergie entwickeln.

Symptome einer Hefe-Allergie

  • Schleimhautschwellungen in Mund, Lippen, Nase oder Rachen
  • laufende oder verstopfte Nase
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Rötungen der Haut, Ekzeme, Juckreiz (Nesselsucht/Urtikaria)
  • Asthmaanfälle
  • anaphylaktische Schocks (selten)

Weitere Infos findest du unter diesem Link.

Allergie auf Ei- oder Fischeiweiß

War es das jetzt endlich?

Nö.
Denn zum Klären des Weines setzen manche Winzer Eiweiß ein, entweder aus Eiern oder aus Fischbestandteilen.
Und Eiweiße aus Ei und Fisch sind wiederum häufige Allergene. Soll heißen: Wer auf Rotwein reagiert, kann in Wirklichkeit eine Allergie auf Eiweiß aus Eiern oder Fisch haben.
Da diese Stoffe aber ausgewiesen werden müssen, können Allergiker sich dagegen relativ leicht schützen. Zumindest dann, wenn sie den Wein selber kaufen.

Symptome der Ei- oder Fischeiweißallergie

  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Hautrötungen, -schwellungen, Juckreiz
  • Niesen
  • Husten
  • Atemnot

Die Sache mit den Tanninen

Zum guten Abschluss reagieren manche Menschen auf Tannine empfindlich, ganz ohne Allergien oder Unverträglichkeiten.
Tannine sind Gerbstoffe, die für das Herbe im Wein verantwortlich sind. Tannine kommen aber auch in Tee, Bier, Obst, Getreide und Hülsenfrüchten (Erbsen, Bohnen, Linsen) vor.
Sie sorgen für ein „pelziges“ Gefühl im Mund und können ebenfalls für einen dicken Kopf verantwortlich sein, schon allein, weil sie die Mineral- und Vitaminaufnahme stören.

Sieht so aus, als ob Rotwein sehr tückisch ist, oder? Stellt sich also die Frage aller Fragen:

Was macht man bei einer Rotweinallergie? Gibt’s da irgendwelche Tricks?

  1. Abstinent leben und auf Wein, insbesondere Rotwein, verzichten.
  2. Mehr Saufen! Viele verschiedene Rotweine ausprobieren!
    Viele Faktoren sind für die Verträglichkeit von Rotwein verantwortlich. Als da wären

    · Traubensorte (Allergie auf die Traubensorte, Histamingehalt)
    · Gärzeit (Einfluss auf Histamingehalt)
    · Reifungslänge (Einfluss auf Histamingehalt)
    · Sulfit enthalten?
    · Fischeiweiß enthalten?
    · Ei-Eiweiß enthalten?

    Und je nachdem, was bei dir für eine Allergie oder Unverträglichkeit vorliegt, kann der eine Wein für dich gut verträglich sein, aber der nächste zum Rotwein abgewöhnen.
    (Wenn du jetzt wissen willst, auf welche Bestandteile im Rotwein genau du reagierst, um deine Suche nach dem für dich ideal verträglichen Rotwein abzukürzen, habe ich da was für dich: einen Allergietest mit über 350 Allergenen, Pseudoallergenen – und Unverträglichkeiten(!).
  3. Auf Wodka Weißwein umsteigen. Der hat nämlich weniger Histamin (falls die Unverträglichkeit das Problem sein sollte). Wodka hat übrigens auch keine Histamine.
  4. Zu mir kommen und sich auf seine Rotweinallergie behandeln lassen. Und das Histamin? Das wird nach meiner Behandlung quasi als willkommene „Nebenwirkung“ oft auch besser vertragen.
    Soll heißen: Du kannst mehr Rotwein vertragen, bis es bei dir zu Beschwerden kommt.
  5. Oooder du lädst dir erstmal meinen Minikurs „5 Hacks für Allergiker“ runter.
    Darin gebe ich dir Tipps, wie du am besten selbst deine Allergie in Schach halten kannst. Und zum Thema „Umgang mit Histaminunverträglichkeit“ bekommst du auch ein paar Insidertipps serviert.

Bettina Luther lacht

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Autor

Hallo, ich bin Bettina. Ich helfe Menschen dabei, ihre Allergien loszuwerden, egal ob Heuschnupfen, Hausstaubmilben oder Nahrungsmittel. Damit sie das unternehmen (und essen) können, wann und was sie wollen. Mit meiner Familie samt unserer Hündin Ember lebe ich in einem Dorf im Weserbergland, einem Pollen-Eldorado vom Feinsten. Und damit war dann mein Praxisschwerpunkt "Allergiebehandlung" unausweichlich vorprogrammiert.

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