Fallgeschichten Heuschnupfen und Allergien

Allergie, Unverträglichkeit oder Autoimmunerkrankung: die Unterschiede auf den Punkt gebracht!

Viele Patienten denken automatisch, sie haben eine Allergie. Dabei sind es oft Unverträglichkeiten oder gar Autoimmunerkrankungen, die sie piesaken.
Die exakte Diagnose ist daher entscheidend, weil die Behandlung von Allergien, Autoimmunerkrankungen und Unverträglichkeiten komplett unterschiedlich ist! Denn nicht alles, was juckt oder eine verstopfte Nase verursacht, ist automatisch eine Allergie! (Oder eine Erkältung oder Grippe.)

Ich habe für eine erste Orientierung eine grobe Unterteilung zwischen Allergie, Autoimmunerkrankung und Unverträglichkeit erstellt.

Allergie

Bei einer Allergie entwickelt dein Körper Antikörper gegen einen von außen kommenden Stoff. Das können Blütenpollen, Tierhaare, Milbenkot oder Nahrungsmittel sein.
Daraufhin schüttet dein Körper Histamin aus.

Das kann dann für folgende Reaktionen sorgen:

  • Juckreiz
  • Entzündungen
  • Kreislaufprobleme
  • laufende, zugeschwollene oder/und verstopfte Nase
  • tränende, rote, geschwollene Augen

Achtung!
Die aufgezählten Symptome können von einer Allergie herrühren, müssen sie aber nicht.
Und auch, wenn der Arzt eine Allergie diagnostiziert, können trotzdem andere Ursachen für die Beschwerden verantwortlich sein!!!

Wenn es wirklich eine oder mehrere Allergien sind, dann empfehle ich dir dringend meine 5 besten Tricks, um deine Allergie mit möglichst wenig Beschwerden und Tabletten in Schach zu halten:

Schulmedizinische Diagnosen

  • Durchführung und Abklärung von Hausärzten, Hautärzten und Allergologen
  • Pricktest (Substanzen in die Haut, Reaktion abwarten),
  • IgE-Bestimmung im Blut (Blutentnahme, Antikörperbestimmung im Labor)


Schulmedizinische Behandlung

Allergien werden derzeit schulmedizinisch vor allem dahingehend behandelt, dass mit Antiallergika versucht wird, die Symptome der Allergien (kratzender Hals, Hautauschlag, verstopfte Nase, brennende und juckende Augen) zu unterdrücken.

Wenn diese Medikamente nicht ausreichen, kommen dazu oft ergänzend Cortisongaben.
Bei Fachärzten kann man sich gegen manche seiner Allergien in 3 – 5 Jahre dauernden Behandlungen desensibilisieren lassen. (Der Erfolg ist dabei allerdings nicht garantiert.)

Verschiedene Allergie-Typen und ihre Symptome

Kontaktallergie

  • Hautreaktionen: Nesselsucht, Juckreiz, Ausschlag
  • evtl. auch Atemnot, Kreislaufprobleme


Nahrungsmittelallergie

  • Anschwellen und Kratzen von Zunge, Mundinnenraum und/oder Hals
  • Kreislaufprobleme
  • Juckreiz, Nesselsucht

Pollenallergie

  • Anschwellen von Nasenschleimhäuten -> laufende und/oder verstopfte Nase
  • kratzender Hals
  • brennende, rote, geschwollene und/oder tränende Augen
  • Kreislaufprobleme
  • Erschöpfung
  • schlechter Schlaf
Auch die Pollen von blühenden Bäue sorgen für Heuschnupfen.
Blühende Bäume: Schön, aber für Heuschnupfengeplagte nicht immer ein Grund zur Freude.


Tierhaarallergie

  • rote, geschwollene, tränende Augen
  • verstopfte, laufende und/oder zugeschwollene Nase


Hausstaubmilbenallergie

  • v.a. morgens zugeschwollene, rote, tränende Augen
  • verstopfte, zugeschwollene und/oder laufende Nase
  • kratzender Hals

Sonnenallergie

  • Nesselsucht
  • rote, geschwollene und/oder tränende Augen

Unverträglichkeit

Bei einer Unverträglichkeit fehlt deinem Körper etwas (in den meisten Fällen Enzyme), das dabei hilft, bestimmte Stoffe, die wir durch die Nahrung aufnehmen, abzubauen.

Symptome

  • Magenprobleme
  • Darmprobleme
  • Erschöpfung
  • Kreislaufprobleme

Schulmedizinische Diagnose

Abklärung vom Internisten oder Hausarzt

Schulmedizinische Behandlung

Unverträglichkeiten werden schulmedizinisch behandelt, indem von außen das fehlende Enzym im Bedarfsfall zugefügt wird – wenn es denn ein entsprechendes Enzym überhaupt käuflich zu erwerben gibt, denn nicht für alle Unverträglichkeiten gibt es entsprechende Medikamente. 🙁
Wenn diese Enzyme auch nicht von außen zugefügt werden können, bleibt nichts anderes übrig, als auf die entsprechenden Nahrungsmittel zu verzichten.

Beispiel Laktoseunverträglichkeit

Laktose ist der natürlich enthaltene Zucker in Milch.
Wenn nun die Laktase (körpereigenes Enzym) fehlt, kann die Laktose (Milchzucker) nicht abgebaut werden. Daher wird die Milch insgesamt nicht vertragen.
Das ist übrigens eine Unverträglichkeit, die im asiatischen Raum bis zu 90% aller Erwachsenen betrifft! In Europa sind dagegen nur 5 – 15% aller Erwachsenen betroffen.

Es bringt dir also bei einer Laktoseunverträglichkeit überhaupt nichts, ein Allergiemittel zu nehmen. Du benötigst stattdessen Laktase-Tabletten!
Dein Körper entwickelt also keine Antikörper gegen einen bestimmten Stoff wie bei einer Allergie, sondern ihm fehlt schlicht etwas (im genannten Beispiel von Milchzuckerunverträglichkeit das Enzym Laktase), um Stoffe zu verwerten und umzubauen.

Besonderheit Histaminunverträglichkeit:

Histamin ist ein körpereigener Botenstoff, der u.a. bei allergischen Reaktionen ausgeschüttet wird, aber auch in unserer Nahrung vorkommt.
Wenn dem Körper das für den Abbau notwendige Enzym Diaminoxidase (abgekürzt: DAO) fehlt, kann daher das Histamin, das durch die Nahrung aufgenommen wurde, nicht abgebaut werden.
Dadurch kommt es zu allergieähnlichen Symptomen, auch wenn keine Allergie besteht.

Autoimmunerkrankung

Bei einer Autoimmunerkrankung entwickelt dein Körper eine Allergie.
Die ist allerdings nicht gegen etwas von außen gerichtet, sondern gegen deinen eigenen Körper!

Bekannte Vertreter sind beispielsweise Diabetes Typ 1, Hashimoto-Thyreoiditis, rheumatoide Arthritis.

Symptome

  • Erschöpfung (kann auch eine nervöse Erschöpfung sein – Morbus Basedow)
  • tränende, rote, geschwollene Augen
  • „merkwürdige“ Symptome (z.B. angeschwollene Zehen mit verdickter, rissiger Haut)
  • Entzündungen der Haut, Muskeln, Gelenke
  • Kreislaufprobleme


Bei Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung unbedingt zum Arzt gehen und abklären lassen!
Denn Autoimmunerkrankungen können nicht nur nervig und anstrengend (Hashimoto Thyreoiditis) oder schmerzhaft (rheumathoide Arthritis) sein, sondern auch akut lebensbedrohlich (z.B. massive Blutdruckentgleisung bei Morbus Basedow, Unter-Überzuckerung mit Zuckerschock bei Diabetes Typ 1)!

Autoimmunerkrankungen können durch klitzekleine Trigger wieder einen Schub bekommen. Daher ist es wichtig, dass du deine Trigger herausfindest und lernst, mit ihnen umzugehen!
Heldenanwandlungen à la: „Ich schaffe das bisschen schon noch dieses eine Mal. Zeit und Energie habe ich noch genug“, bringen dich also hier nicht weiter!

Schulmedizinische Diagnose

Zuständig sind je nach Symptomen Hausärzte, Internisten, Radiologen, Endokrinologen und Rheumatologen.

  • Antikörper-Tests
  • ggf. Untersuchung der Organe (Röntgen, Ultraschall)

Schulmedizinische Behandlung

Autoimmunerkrankungen können schulmedizinisch nicht ursächlich behandelt werden.
Stattdessen wird versucht, mittels Medikamenten die betroffenen Organe zu entlasten oder deren Aufgabe zu übernehmen, wenn diese nicht mehr korrekt funktionieren können.

Du gehst immer noch von einer Allergie aus?

Vielleicht hast du dich ja schon eben wiedererkannt.
In dem Fall gehe bitte zu deinem Arzt, schildere ihm deinen Verdacht und lass abklären, was genau du nun wirklich hast.

Bis dahin kannst du dir ja schon mal für erste Infos mein Freebie herunterladen.
In dem bekommst du 5 wichtige Tipps für Allergie-Anfänger, die dir so keiner gibt.

Autor

Hallo, ich bin Bettina. Ich helfe Menschen dabei, ihre Allergien loszuwerden, egal ob Heuschnupfen, Hausstaubmilben oder Nahrungsmittel. Damit sie das unternehmen (und essen) können, wann und was sie wollen. Mit meiner Familie samt unserer Hündin Ember lebe ich in einem Dorf im Weserbergland, einem Pollen-Eldorado vom Feinsten. Und damit war dann mein Praxisschwerpunkt "Allergiebehandlung" unausweichlich vorprogrammiert.

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