Heuschnupfen und Allergien Kinder

Allergie-Behandlung remote: Vienna calling

Die Allergiebehandlung von Kindern und Jugendlichen kann unfassbar einfach sein. Hier eine Fallgeschichte, wie so etwas remote ablaufen kann.

Vor etwa einem Jahr kam eine Mutter aus Österreich auf mich mit der Frage zu, ob ich ihrer Tochter helfen könne:
Lena war damals 15 Jahre alt und hatte schon seit einiger Zeit Heuschnupfen. In 2021 war er aber so heftig, dass einfaches Abwarten bis zum Ende der Pollenzeit keine Option mehr war.
Interessantes Detail am Rande: Lena wohnte in Wien, ich bekannterweise im Schaumburger Land im Norden Deutschlands. Uns trennten also ca. 800 km Luftlinie.

Allergie-Behandlung remote: Vienna calling

Allergie-Behandlung online, Teil 1: Erstgespräch

Also trafen Lena und ich uns via Zoom und machten als Erstes eine Bestandsaufnahme. Das Ergebnis: Eine Pollenallergie vom Feinsten (Beifuß, Birke und diverse Gräser) und einige Kreuzallergien bei Lebensmitteln, darunter eine Apfelallergie, die Lena massiv störte.
Wir einigten uns als Priorität darauf, ihren Heuschnupfen in den Griff zu bekommen, um danach weiterzusehen. Weiterhin erhielt Lena an diesem Termin gleich ihre erste Balance. (Wie eine Online-Balance bei mir abläuft, steht hier.)

Außerdem bekam Lena, wie bei mir üblich, meine WhatsApp-Nummer für schnelle und unkomplizierte Rückmeldungen (alternativ meinen Threema-Kontakt oder meine Mail-Adresse).

Allergie-Behandlung as usual

Und so machte ich mich an die Arbeit und brachte die 800 km entfernte Lena in den nächsten Tagen immer wieder in die Balance. Egal, ob sie gerade frühstückte, in der Schule war oder schlief.
Aber auch eine Wirbelsäulenaufrichtung war zwischendurch angezeigt. Daran arbeitete ich, während Lena in der Schule war.
Manche meiner Patienten haben ein sehr feines Körpergefühl und spüren Veränderungen in ihrem System umgehend. So auch Lena, wie folgende Nachricht zeigte.

Rückmeldung wirbelsäulenaufrichtung via Whatsapp
Lenas Rückmeldung nach der Aufrichtung.

2 Wochen nach Behandlungsbeginn waren die Heuschnupfensymptome schon sehr viel schwächer. Im Vergleich zu ihrem ebenfalls an Heuschnupfen leidenden Vater, dem es zu gleicher Zeit mit seiner Pollenallergie um einiges schlechter ging, war Lena ziemlich fit: Sie hatte zwar noch leichtes Augenbrennen und eine verstopfte Nase morgens nach dem Aufstehen, aber auch diese Symptome klangen innerhalb einer Stunde ab und verschonten Lena den restlichen Tag über.

Balance mit „Geisterapfel“

Soweit – so gut. Doch mein Ziel ist immer die 100%ige Symptomfreiheit, kein „schon sehr viel besser“. Also trafen Lena und ich uns 4 Wochen nach Behandlungsbeginn ein zweites Mal per Zoom zum Nacharbeiten. Während dieses Termins behandelten wir zwar auch die Reste ihrer Pollenallergie, konzentrierten wir uns aber vor allem auf die Löschung der Kreuzallergien. Konkret ging es um folgende Lebensmittel: Äpfel, Nüsse, Mohrrüben und Kiwis.

Dabei muss ich immer noch lachen, wenn ich mich an die damalige Zoom-Sitzung erinnere:
Denn direkt nach der Löschung der Apfelallergie schob sich gaaaanz laaangsaaaam, wie von Geisterhand, vom rechten Bildschirmrand ein Apfelschnitz in mein Sichtfeld: Lenas Mutter hatte im Hintergrund gehört, dass wir die Apfelallergie behandelten, und reichte zum umgehenden Testen flugs ein Stück Apfel während der Behandlung herein.
Und Lena ließ sich nicht lange bitten, und -schmatz! – war das Stück Apfel Geschichte. Während mir – ganz unüblich – die Worte fehlten über diese unerwartete Wendung, kaute Lena genüßlich auf ihrer „Beute“ herum. Schlussendlich kam dann von ihr voller Gelassenheit und sehr zufrieden die Rückmeldung: „Es brennt nicht mehr, ich merke nichts.“
Was mich, wir sind ja unter uns und ich kann offen sein, erleichtert aufatmen ließ. Denn normalerweise gebe ich bei Online-Balancen dem Körper meiner Patienten einige Tage Zeit, bis sie ausprobieren dürfen, ob sie die betroffenen Lebensmittel nun vertragen. Dass es bei Lena so schnell mit der Allergielöschung klappte, freute mich dann natürlich umso mehr!

Rückmeldung Allergiebehandlung
Eine glückliche Lena meldet ungewohnte kulinarische Genüsse.

Allergie-Behandlung: Nachschlag – und ein Jahr später

Wiederum einen Monat später kam es kurz zu gaaanz leichten Symptomen, von denen ich auch nur durch Zufall erfuhr. Die Symptome kamen aber nicht von den alten Allergien, sondern von Allergien auf die Pollen von Walnüssen, Haselnüssen, Apfelblüten und Roggen.
Diese Symptome bearbeitete ich dann per „Fernwartung“ ohne extra Zoom-Termin.

Rückmeldung einer Allergiebehandlung via WhatsApp
Diese Nachricht war für mich ein echter Augenöffner: Allergien haben viel weitreichendere Folgen, als wir glauben.

Und das war es dann: Lena blieb danach beschwerdefrei, ihre Allergie war Geschichte. Mit insgesamt zwei Behandlungsterminen via Zoom und einigen Rückmeldungen via WhatsApp als Aufwand für Lena. (Natürlich hatte ich selbst, wie oben kurz angedeutet, noch einiges mehr gemacht. Aber das war nichts, was Lenas Zeit kostete.)

Was mich besonders freut: Nun, nach einem knappen Jahr, kam eine neue Rückmeldung der Mutter: „Lena isst mit Wonne Äpfel und Karotten. Das hat ihr vorher so sehr gefehlt!“

Das Learning: Allergien können weitreichendere Folgen als „ein bisschen Heuschnupfen“ haben!

Was mir die Rückmeldungen von Lena und ihrer Mutter sehr deutlich zeigten:
Es geht bei Allergien, speziell bei Kindern und Jugendlichen, nicht nur um Symptome wie eine „ein wenig“ verstopfte Nase, den kratzigen Hals oder juckende Augen.

Es geht um Lebensqualität in ganz anderen Dimensionen: Das essen, was man mag, ohne auf Allergien Rücksicht nehmen zu müssen. Das gilt besonders für Kinder und Jugendliche.

Doch so schön es ist, einfach und ohne Folgen das essen zu können, was man möchte, und sich nicht mehr von den üblichen Heuschnupfensymptomen nerven lassen zu müssen, gibt es in meinen Augen noch 3 viel wichtigere Aspekte, die eine Allergie bei Kindern und Jugendlichen zu so einem großen Thema machen:

Körperliche Gesundheit und Entwicklung

Die bei dieser Schülerin ursprünglich nicht verträglichen Äpfel, Karotten und Nüsse enthalten Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und sekundären Pflanzenstoffe. Das sind essenzielle Nährstoffe für Immunsystem, Wachstum und Funktion unseres Körpers. Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist das wichtig! Ohne diese Nährstoffe läuft unser ganzes System (Körper, Geist und Psyche), unser komplettes ICH, auf Sparflamme. Wie „Auto fahren mit angezogener Handbremse“.

Geistige Leistungsfähigkeit und Lernen

Ein allergiegeplagtes Kind kann dem Unterricht nicht so konzentriert folgen, wie es nötig wäre. Zum einen, weil die Heuschnupfen-Symptome einfach unangenehm sind und beim Lernen stören. Zum anderen, weil bei Nahrungsmittelallergien und dem damit verbundenen Verzicht auf die betroffenen Lebensmittel dem Körper wichtige Nährstoffe fehlen, die für eine gute geistige Leistungsfähigkeit notwendig sind und die Konzentration und das Lernen unterstützen. Wie frustrierend, wenn man unter seinen Möglichkeiten bleibt, nur weil man von seiner Allergie ausgebremst wird!

Soziale Entwicklung

Auf Dinge verzichten, die alle anderen dürfen, ist hart, besonders für Kinder und Jugendliche. Dazu gehört auch der Schokokuchen beim Kindergeburtstag, die Nudeln in der Mensa oder Pizza essen mit der Clique. Und zwar ohne zum Außenseiter werden zu müssen, weil man immer eine Extrawurst benötigt – oder komplett verzichten muss.
Und auch, wenn vielleicht die Sozialkompetenz durch das Anderssein, die erzwungene Vorsicht und den häufigen Verzicht geschult werden mag, geht Spaß definitiv anders.
Oft genug ist es für den Nachwuchs einfach nur frustrierend und peinlich – und kann noch ewig lange nachhängen.

Daher ist es sinnvoll, als Eltern nicht zu lange abzuwarten, sondern so früh wie möglich aktiv zu werden und nach Möglichkeiten zum Umgang und zur Behandlung mit vorhandenen Allergien zu suchen. Bevor die Allergie weitreichendere Folgen als juckende Augen und einige Nächte mit schlechtem Schlaf haben wird. (Macht sich jetzt bei dir Panik breit? Sorry, das war nicht meine Absicht. Ich wollte dich wirklich nur für die langfristigen Folgen von Allergien bei Kindern und Jugendlichen, an die Erwachsene nicht immer gleich denken, sensibilisieren! Einen Werbeblock habe ich trotzdem noch für dich: hier den Link zu meiner Allergiebehandlung.)


(Disclaimer: Lena hat in der Realität einen anderen Namen, den ich hier zu ihrem Schutz abgeändert habe. Aus Wien kommt sie aber tatsächlich.)


Bettina Luther sind lächelnd vor einem Busch.

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Autor

Hallo, ich bin Bettina. Ich helfe Menschen dabei, ihre Allergien loszuwerden, egal ob Heuschnupfen, Hausstaubmilben oder Nahrungsmittel. Damit sie das unternehmen (und essen) können, wann und was sie wollen. Mit meiner Familie samt unserer Hündin Ember lebe ich in einem Dorf im Weserbergland, einem Pollen-Eldorado vom Feinsten. Und damit war dann mein Praxisschwerpunkt "Allergiebehandlung" unausweichlich vorprogrammiert.

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