Fachliches

Wie funktioniert mein Muskeltest?

Biofeedback Test

Bei jedem Kennenlerntermin per Zoom (falls du auch mal willst, hier ist der Link) kommt irgendwann ein kurzer Moment der Stille, mein Gegenüber gibt sich einen Ruck und holt kurz Luft. Und dann kommt sie, die Frage aller Fragen: „Bettina, woher weißt du das alles? Woher hast du all diese Informationen über mich und meinen Körper?“ Immer begleitet von einem schüchtern-zaghaften Blick. Dabei finde ich die Frage absolut berechtigt, denn das, was ich mache, ist immer auch Vertrauenssache.

Um es kurz und klar zu halten: Um zu meinen exakten Aussagen zu kommen, obwohl ich die Person nicht kenne, wende ich sehr sicher einen Biofeedback-Test an.
Dabei ist der von mir angewandte Test mein ganz persönliches Alleinstellungsmerkmal, auch wenn das Wissen darüber kein Geheimnis ist und er natürlich von jedermann angewendet werden „darf“. Regulär wird in der Kinesiologie aber ein anderer Test angewandt. Welcher das ist, wie ich auf meine etwas andere Testmethode gekommen bin und warum ich mich dafür entschieden habe, hier mal etwas genauer erklärt:

Der Biofeedback-Test: Grundsätzliches

In der Kinesiologie bedienen sich die Kinesiologen eines kinesiologischen Biofeedback-Tests, um die optimalen nächsten Behandlungsschritte ausfindig zu machen. Dabei gibt es unterschiedliche Biofeedback-Reaktionen. Zugrunde liegen aber allen Tests körperliche Mechanismen, die sich übrigens auch sogenannte „Lügendetektor-Tests“ zunutze machen:
Unser Körper reagiert auf Stress. Denk nur mal an deine Aufregung vor der nächsten Gehaltsverhandlung oder wenn du dich mit jemanden streitest. Aber auch positiver Stress wie ein erstes Date mit dem Lieblingsmenschen oder die letzten Vorbereitungen vor dem nächsten Urlaub sorgen für, genau, Stress.

Als körperliche Reaktion kommt es daraufhin zu steigendem Blutdruck, schnellerem Puls, veränderter Atmung, vermehrter Schweißabsonderung, anderer Verdauung – oder, tadaaaa, wir sind beim Thema! – vorübergehender Muskelschwäche. Genau dieses Phänomen nachlassender Muskelkraft macht sich der klassische kinesiologische Muskeltest zunutze.

Durchführung des kinesiologischen Muskeltests

Konkret sieht das dann so aus: Ein Muskel wird mit leichtem Gegendruck gehalten, sodass er sich ganz leicht „anstrengen“ muss. Dann wird eine Aussage getroffen. Wird der Muskel nun mit Stress konfrontiert, gibt er kurzzeitig nach.

Um den Begriff „Stress“ zu spezifizieren: Wird mit einem Biofeedback-Test gearbeitet, sind bereits unwahre Aussagen („Rot ist meine Lieblingsfarbe.“) ebenso wie der Blick auf ein Bild oder die Erwähnung von (unwissentlich) schädlichen Substanzen als „Stress“ zu begreifen.

Beim Muskeltest gilt weiterhin: Es geht dabei nicht um DEN EINEN bestimmten Muskel. Grundsätzlich kann JEDER Muskel für den Test genutzt werden. Aber unter uns: Trotzdem nutzen Kinesiologen am häufigsten beim Testen im Stehen den Deltoidus anterior (hier ein Youtube-Link dazu) oder im Liegen den Brachioradialis. (Für Nicht-Muskelkenner: Das sind keine exotischen Dinosaurierarten, sondern Muskeln im Armbereich.)

Problematik des klassischen kinesiologischen Muskeltests

  • Der Test funktioniert nur in persönlichem Kontakt.
  • Unabdingbar sind ein gewisses Maß an allgemeiner Stressfreiheit des Getesteten und funktionsfähige Muskeln. (Andernfalls kann viel kostbare Zeit vergehen, um den notwendigen Zustand des zu Testenden herzustellen.)
  • Bei zu ausgiebigen Tests werden die Muskeln irgendwann zu müde und der Test damit unzuverlässig
  • Der Patient begreift nicht, was von ihm erwartet wird und spannt oder entspannt seinen Muskel willentlich zur falschen Zeit – und verfälscht damit die Testergebnisse.
  • Maximal trainierte Menschen können zu viel Kraft haben. Für deren Tests muss der Balancierende extrem feinfühlig sein und der Balancierte sehr konzentriert. Beides kann sehr anstrengend sein.
  • Der Muskel gibt bei Stress nach. So weit – so gut. Aber wer sagt, dass es um den Stress der vom Kinesiologen getroffenen Aussage geht? Vielleicht hatte der Balancierte auch einfach nur an etwas ganz anderes gedacht, gehört oder gesehen? (Kleine Geschichte am Rande: Mein Sohn sollte als kleiner Steppke mal an etwas Schönes denken, aber der Muskel gab trotzdem jedes Mal nach. Des Rätsels Lösung: Er dachte an seine heißgeliebte „Tomaten-Nudel-Dosensuppe“, so ziemlich das ungesündeste, was er damals essen durfte.)

Lange Auflistung – kurzer Sinn: Der klassische Test kann sehr anstrengend und fehleranfällig sein. Außerdem eignet er sich nicht für Ferntestungen.

Mein „eigener“ Biofeedback-Test

Ich suchte daher nach alternativen Tests und nutze jetzt den Hautwiderstand als „Stress“-Indikator. Darüber hinaus: Ich übernehme für die zu testende Person die Stressreaktion. Soll heißen: Nicht die Reaktion der zu testenden Person zeigt mir das Testergebnis an, sondern meine Reaktion, die stellvertretend für die zu testende Person eintritt (Fachbegriff: Surrogat-Test“). So kann ich alle Fehlerquellen, die in der zu behandelnden Person begründet sind (z. B. bei Babys und Kleinkindern, bei massiven Muskelproblemen) ausschließen. (Übrigens einer der Gründe, warum ich meine Augen so oft während einer Behandlung geschlossen halte: Fehlerursachen wie optische Reize oder andere Ablenkungen fallen dann weg.)

Dass der Test obendrauf auch über die Entfernung, z. B. Zoom, funktioniert, ist das Sahnehäubchen auf der Torte. Die naturwissenschaftlichen Hintergründe für dieses Test-Wunder kann ich nicht exakt erklären, haben aber etwas mit Wellen und Frequenzen zu tun hat. (Für genauere Informationen frag bitte einen Physiker deines Vertrauens. Oder einen Fernmeldetechniker, denn Radio- und Handyempfang funktioniert ähnlich wie die Informationsübertragung via Zoom.)

Meine Hände befinden sich während unserer Zoom-Sitzungen außerhalb des Bildschirms. Daher hat es dann den Anschein, als ob ich überhaupt nichts machen würde und meine Informationen quasi per Gedanken lesen oder anderweitig aus dem Hut zaubere. Nein! In aller Deutlichkeit: Solche Fähigkeiten habe ich nicht, ich bin nur eine sehr gute Testerin!

Das Wichtigste zusammengefasst:

  1. Ich nutze eine andere Biofeedback-Reaktion als die nachlassende Muskelkraft, nämlich den Hautwiderstand.
  2. Ich arbeite zusätzlich per „Surrogattest“, das heißt, ich teste nicht direkt die Reaktionen der zu testenden Person, sondern arbeite mit der Biofeedback-Reaktion eines Stellvertreters. Die Rolle des Stellvertreters wiederum übernehme ich selbst.
  3. Damit ich auch via Zoom testen kann, nutze ich Wellen und Frequenzen, vergleichbar wie die Informationsübertragung zwischen Handys oder über das Radio.

Was führe ich „meinen“ Test jetzt konkret durch? Das ist so einfach wie wirkungsvoll: Ich reibe mit zwei Fingern gegeneinander. Das war’s. Übrigens: Den Test nutze ich mittlerweile sogar beim Obst- und Gemüseeinkauf. (Ich sag nur „Tomatenauswahl“!)

(Fun Fact: Mittlerweile bewege ich meine Hand auf die typische Weise reflexhaft aus Gewohnheit, ohne dass ich wirklich etwas testen will. Meine Familie lacht immer schon, wenn sie mich wieder beim „Testen ohne zu testen“ erwischt.)

Nichts ist vollkommen: Nachteile meines eigenen Tests

  • Der Patient spürt nicht an seinem eigenen Körper das Versagen des Muskels. Damit gibt er zum einen seine Eigenverantwortung ab und muss mir zum anderen als testender Person besonders vertrauen.
  • „Meinen“ Test kann nicht jeder Kinesiologie zuverlässig durchführen, erst recht nicht via Zoom. Es braucht ein wenig Talent und extrem viel Übung.
  • Der Test funktioniert nur bei trockener Haut. Eben mal unter der Dusche oder im Schwimmbad testen geht nicht. (Als Alternative können OP-Handschuhe eingesetzt werden, dann funktioniert der Test auch mit nassen Fingern.)

Vorteile meines eigenen Biofeedback-Tests im Vergleich zum „Klassiker“

Trotzdem bleibe ich weiterhin bei meinem eigenen Biofeedback-Test, weil die Vorteile einfach überwiegen. Denn dieser Test ist

  • genauer
    Wenn ich in meiner Praxis auf körperlicher Ebene arbeite und dort den optimalen Akupressurpunkt suche, arbeitet mein Test auf Millimeter genau.
  • entspannter für den Patienten – und wirkungsvoller
    Bei meinem Test kann sich der Patient maximal entspannen und bei Bedarf auf sein Thema konzentrieren. Dadurch ist die Behandlung noch wirkungsvoller.
  • entspannter für mich
    Ich kann mich komplett auf meine Arbeit konzentrieren, weil ich mich nicht nebenbei auf die Testreaktion des Patienten einstellen muss.
  • onlinefähig
    Mein Test funktioniert dadurch, dass ich mich von der körperlichen Reaktion des Patienten unabhängig mache, auch online. Hier die Fallgeschichte einer Allergiebehandlung via Zoom.
  • zuverlässiger
    Dadurch, dass ich nur auf meine Testreaktion zu achten habe, kann ich meinen kompletten Fokus auf meinen Patienten legen. Das schließt die große Fehlerquelle „mangelnde Konzentration“ aus.

Zwang zur Reaktionswahrnehmung: Muss das echt sein?

Auf einen Punkt möchte ich nochmal explizit eingehen: Denn begleitende Kinesiologen betrachten sich vor allem als Helfer des Getesteten. Daher soll der Patient selbst anhand der Erfahrung des versagenden Muskels spüren, dass er Stress hat. Und er soll nach der Korrektur/Bearbeitung erleben, wie sich anhand der Erfahrung nun haltenden Muskels die balancierenden Techniken ausgewirkt haben.

Ich dagegen finde das Erspüren dieser Veränderung seitens des Patienten überbewertet. Denn die spontane Reaktion der meisten Patienten lautet bei einem abgeschalteten Muskel eh: „Du hast jetzt stärker gedrückt!“ Die Muskel-Reaktion wird also vom Patienten gar nicht ernst genommen und ist daher für den Behandlungserfolg zu vernachlässigen. Viel wichtiger ist meiner Meinung dagegen die maximale Entspannung während der Behandlung, weil dann das Gehirn, das während der Balance Schwerstarbeit leistet, am ehesten unterstützt werden kann – und damit der Erfolg der Behandlung. (Hier noch ein paar andere Eigenheiten über mich als Allergiespezialistin, die du wissen solltest, wenn du mit mir zusammenarbeiten möchtest.)

Fazit

Dass ich korrekte Aussagen treffen kann, ist also kein unseriöser Jahrmarktbudentrick, sondern die Kombination aus bemerkenswerten Reaktionen des menschlichen Körpers, Physik, Talent und viel Übung.

Mein Biofeedback-Test bietet dabei dank extrem zuverlässiger Aussagen in Kombination mit maximaler Entspannung des Patienten den größtmöglichen Behandlungserfolg.

Bettina Luther sind lächelnd vor einem Busch.

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Autor

Hallo, ich bin Bettina. Ich helfe Menschen dabei, ihre Allergien loszuwerden, egal ob Heuschnupfen, Hausstaubmilben oder Nahrungsmittel. Damit sie das unternehmen (und essen) können, wann und was sie wollen. Mit meiner Familie samt unserer Hündin Ember lebe ich in einem Dorf im Weserbergland, einem Pollen-Eldorado vom Feinsten. Und damit war dann mein Praxisschwerpunkt "Allergiebehandlung" unausweichlich vorprogrammiert.

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